Mittwoch, Mai 10, 2006

Der Beweis

Freitag, April 28, 2006

Was tut man nicht alles...


Ich bin zurück. In Leipzig. Links, der Rosentalpark mit dem Zooschaufenster. Zuerst hat mich das sehr traurig gemacht. Immerhin kenne ich hier schon alles, nichts war neu für mich und so viel Schönes hatte ich gerade hinter mir gelassen. Aber es geht ja weiter. und schwupps trifft man so unheimlich viele Leute, von denen man schon gar nicht mehr wusste, dass man sie kennt und sie freue sich auch noch, einen zu sehen. So sind schnell alle alten Kontakte wiederhergestellt und ich auf mehreren Partys gewesen. Viel zu tun habe ich momentan. Vor allem viel Schreibkram zu erledigen. Eben noch habe ich zwei Scheine in zwei wochen gemacht, und Hausarbeiten geschreiben indem ich 8 Stunden lang in der Biliothek saß. Natürlich nicht ohne meinen geliebten Laptop. Die WG-Suche gestaltet sich schwierig. Das neue Wort lautet "Casting" statt sich nur mal das Zimmer anzugucken. Nach Hobbys, Beziehungen und Sternzeichen wird man gefragt. Und dort, wo ich sich mit den Leuten am besten verstand. das Zimmer war klein, aber sehr zentral und günstig, wurde mir jemand Anderes vorgezogen. Zumindest habe ich in der demokratischen Abstimmung zuvor die Hälfte der Bewohner hinter mich versammelt. Gut. Seitdem habe ich ungefähr 7 oder 8 weitere Zimmer gesehen. Mal waren die Leute nett, aber kein Telefon in der abgelegenen Wohnung, oder der Mitbewohner ist ein Künstler. Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen. Es ist zumindest aufschlussreich, sich in diese WG-Odyssee zu begeben, Spaß macht es nur bedingt. Gleich werde ich wieder losstrampeln auf meinem wunderbar und günstig reparierten (Beide Lichter und Bremsen für 14€) Fahrrad, gen Südvorstadt, Studentenviertel auch genannt. Erst gestern bin ich regendurchnässt in den Osten nach Reudnitz (wo auch das Bier produziert wird) gefahren. Die WG war toll, aber sie meinten, sie riefen mich an, ob sie mich ausgewählt hätten oder nicht und nicht ich darf mich entscheiden.
Heute Abend geht es zur Nippon Connection, das sind die japanischen filmtage in Leipzig. Ich gucke mir einen japanischen Film mit Kerstin an - Hanging Garden, über eine Familie.
Am Samstag habe ich ein RvD-Seminar im Sender, weil ich ja am demnächst Moderatoren-Training erhalte. Am Sonntag geht es zur einstimmung auf meinen WM-Job als Supervisor Access Control nach Helmstedt. Am Also, bis demnächst. Mai beehrt Herr worch aus Hamburg gleich mit zwei Nazi-Demos unsere Heldenstadt, es geht also auf die Straße!

Bis demnächst - eure Beeke

Samstag, Februar 04, 2006

Zusammenfassung Weihnachten und Sylvester

Jedesmal wenn ich meinen lieblichen Laptop (nochmal ein herzliches Dankeschön an alle Donatoren, ich liebe ihn!) auf meinen Schoß setze um ins Internet zu gehen, öffnet sich als Startseite mein Blog. Und anfangs dachte ich noch, das könne doch nicht sein, so alt ist doch mein letzter Eintrag nicht. Aber, es stimmt, helas. Aber wie eine so lange Zeitspanne erzählen. Viele waren schon von meiner letzten Newsmail wie erschlagen. Und wie soll gerade ich mich kurz halten? In der vorletzten Klausur habe ich statt der zugestandenen sechs, acht Seiten vollgeschrieben. Unddas über weniger Themen undEreignisse als sie mich in den vergangenen zwei Monaten ereilt haben. Aber, bevor ich mich noch länger (ha, dieses Wort) über dieses Dilemma auslasse, beginne ich lieber.
Am besten chronologisch.
Hmmmm.
Mmmmh.
Wir waren ja Ende November stehen geblieben. Christian hatte bald Geburstag und ich habe ihm fünf Tage vorher eine Karte mit einem kleinen Geschenk geschickt, den Rest sollte er hier bekommen. Natürlich kam die Karte erst anderhalb Wochen nachdem ich sie abgeschickt hatte an. So wie ähnlich wie mir muss es auch den Nomaden in den Hochgebirgen des Himalaya mit der Post gehen. Zum Vergleich: Weihnachtspost habe ich zwischen 10 und 5 Tagen vorher abgeschickt, nach Deutschland, Spanien und Russland. Keine einzige davon kam rechtzeitig an. Aber als Henri mir kürzlich einen Brief aus Frankreich schickte, brauchte der nur zwei jämmerliche Tage. Ich hatte schon den verdacht, alle Briefe mit dem Hinweis 'Duitsland' würden von der niederländischen Post mit besonderer Langsamkeit behandelt.

Anfang Dezember habe ich dann Besuch bekommen aus Göttingen. Nicht der zweite Messias, aber fast so, denn Christian kam endlich auch mal hierher. Wo er es schon nicht in die wundervolle Stadt Lyon geschafft hatte, sollte er sich doch wenigstens mal Groningen ansehen. Und wir hatten einen ziemlich vollen Zeitplan. Das Groninger Museum hatte ich mir gerade eine Woche vorher mit Jason angesehen, am letzten Tag einer fantastischen Fotoausstellung. Daher entschlossen wir uns für das Comicmuseum, wo jedoch alles auf Niederländisch ist. Trotzdem hat Christian viel gesehen. Die Stadt, die Kanäle, die Schiffe, die Universität von außen und innen, vier oder fünf verschiedene Cafés und Bars, das Pannekoekschip und und und. Außerdem habe ich ihm extra einen Knoblauch-Nudelsalat mit Würstchen gemacht und am ersten Abend hat er gleich die Sangria-Überreste von unserer Haus-Party leergesogen. Am Schönsten fand ich unseren Jahrestag, den wir komplett in Groningen verbracht haben. Teresa, die extra in ein anderes Zimmer gezogen war für die drei Tage, war unterdessen nach Spanien geflogen. Die Bilder, die Christian mir eigentlich schicken wollte, habe ich nir bekommen, daher kann ich leider keine zeigen. Eventuell erfolgt dies noch innerhalb der nächsten Jahre.

Geertje kam dann auch gleich ein paar Tage später, als die Uni schon vorbei war, was ausgiebiges Weihnachts-Shopping bedeutete. Außerdem habe ich Gertie gleich am ersten Abend mit dem Fahrrad durch den Regen nach Groningen fahren lassen, wo wir erst in einer Karaokebar (wo Geertje wohl zum ersten Mal im Leben ihren Namen von Holländern korrekt ausgesprochen gehört hat) und anschließend bis vier Uhr im Vera-Club (s.u.) gefeiert haben (inklusive Jasons Freunden aus den Staaten, Kelly und Miles). Auf Gertie zu warten war echt nervenaufreibend. Ich war zehn Minuten früher am Busbahnhof und wusste, dass es in Deutschland starke Schneefälle gab. Im ersten Bus aus Oldenburg war sie jedoch nicht und auch nicht im zweiten und dritten (dazwischen wartete ich jeweils fünf Minuten). Mein Handy war ein paar Tage zuvor während einer Radfahrt durch strömenden Regen tragisch verschieden, weshalb ich Geertje nicht mal kontaktieren konnte. Im vierten Bus endlich saß sie, mit halbstündiger Verspätung.

Am 21. sind Geertje und ich dann zusammen nach Hause gefahren, im Public Express nach Oldenburg und von dort aus weiter im Zug nach Bremervörde. Aufgestanden sind wir um fünf, angekommen um zwanzig nach eins. Und Geertje, gut gelaunt, firsch und munter wie immer zu früher Stunde, durfte gleich mit dem unterirdirsch schlechten Service in Holland Bekanntschaft machen. Um sieben Uhr war nämlich nichts auf am Bahnhof. Stattdessen wartet man in der kalten halbdunklen Halle auf seinen Zug, während BurgerKing gleich daneben erst um zehn Uhr die Pforte ins Warme öffnet. Zehn Uhr! Und Ladenschluss um Mitternacht! JederFranchiseunternehmer an einem deutschen Bahnhof würde ungläubig den Kopf schütteln. Aber wie Jason immer sagt: "They don't seem to want my money."
Der Bus sollte um 7.30 abfahren, gleich vor dem Bahnhof, also nicht mal drei Minuten entfernt. Daher drängelte Geertje ab ca. 7.05 Uhr, gewohnt höflich, wir mögen uns doch bitte dorthin begeben, da wir sonst den Bus verpassen könnten. Mit der tollen Aussicht, im Kalten zu warten, stimmte ich zu, denn Geertje wollte auf dem Weg noch eben schnell die kostenpflichtige Toilette am Bahnhof nutzen. Entgegen der angezeigten Öffnungszeit von sieben Uhr, hatte die Toilette jedoch noch nicht geöffnet (Zwischenstand: 7.10). Während Geertje drohte, "denen vor die Tür zu scheißen", mühte ich mich ab, nicht zu lachen. Jeder weiß ja, man sollte über Leute mit cholerischen Anfällen nicht lachen, vor allem nicht, wenn sie mitten in einem Anfall sind. Im Bus angekommen, das Gepäck verstaut, lief Geertje nochmals los, nachdem sie bereits mögliche Entlade-Plätze am Kanalufer und bei den Fahrradständern ausgekundschaftet und für schlecht, da gut einsehbar, befunden hatte. Sie kam dann schließlich, als der Busmotor buchstäblich schon lief und damit war der große Aufreger eigentlich schon gelaufen. Zumindest für Gertie. Dass sie eine meiner Tüten mit Geschenken auf einem der Bahnhöfe stehen lassen hat, war wohl nur für mich aufregenswert. Wir sind dann ins Koma gefallen und erst in Oldenburg wieder aufgewacht. Dort haben wir dann in der Halle gewartet, neben einem Schnarcher, der mehrfach von dem Bahnhospersonal gebeten wurde, leiser zu sein und von vorbeieilenden Reisenden belächelt wurde. Aber was konnte uns jetzt noch schrecken? Höchstens die letzten Weihnachtseinkäufe, die wir im shoppingfreundlichen Bremervörde erledigen durften.

Weihnachten. War schön, wirklich. Gut aufgeteilt, erst bei der Familie, dann mit Christian und seiner Familie in Glückstadt und Brokdorf.
In besonderer Erinnerung geblieben sind mir:
- Die dreistündige Einpackaktion aller Geschenke bei Mama.
- Babykurs mit Lilly, Anita und Niklas. ("Und die hmhm die ist da, und der hmhm der ist da.")
- Erstes Weihnachten mit Lilly deren Geschenke ich mit auspacken durfte.
- Thomas' saurer Aperitif.
- Mamas tolle Christmas-Cracker aus GB, derentwegen wir mit gekrönten Häuptern feierten.
- Das Tabu-Spiel, as wir nur verloren haben, weil Oma in unserem Team war.
- Die Wärme - von vorne der Raclettegrill, von hinten der Ofen. Bine weiß, wovon ich rede.
- Bines und mein geheimer extra Raclettegrill unterm Tisch.
- Das Geschenkeauspacken, mit vorherigem Vortragen eines Gedichtes oder Weihnachtsliedes nach Wahl, was besonders Oma Tanna gefallen hat.
- Dass Oma und Opa auch dabei waren. Und wir diesmal davon abgesehen haben, Oma mit Valium ruhig zu stellen. ("Ich will auch Lillys Oma sein!")
- Dass Oma sich mit mir darum gestritten hat, ob Christian ihr Freund ist oder meiner.
- Das günstige Essen im 'Kleinen Heinrich' in Glücksstadt, verglichen mit niederländischen Preiskategorien.
- Die neue Tradition: Feuerzangenbowle.

Nach ein paar schönen, aber wenigen Tagenbin ich am 30. Dezember mit Christian nach Groningen gefahren um hier Sylvester zu feiern, gemeinsam mit Micha und Denise aus Leipzig (haben sich extra durch Schneestürme und über eisbepanzerte lebensgefährliche Autobahnen Groningen durchgeschlagen), Jessi und Sohl sowie den wenigen Verbliebenen im Wohnheim: Maria und Lara mit ihrer Familie (hmm, der Likör aus Malaga, Bogerones, echte Paella, Marias Kuchen). Dank Denise konnten wir unsere guten deutschen Traditionen Tischknallern und Bleigießen vorführen. Der einzige Knaller(abgesehen vom Feuerwerk) war erneut der Mangel an Service in diesem Lande. Sprich: Um acht Uhr fahren zum letzten Mal Bus und Bahne, um dann genau zwölf Stunden später, oft sogar mehr, endlich wieder zu fahren. Immerhin haben wir sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg Taxis bekommen.

Sylvester-Besonderheiten
- Zum ersten mal in Gummistiefeln, da meine Schuhe undicht sind. Dafür habe ich extra schicke gekauft.
- Superclusterchinaböller, wahrscheinlich selbstgemacht und mit Sicherheit das Lauteste was ich bislang zu Sylvester gehört habe.
- Mein Chili, na klar!
- Bitte melden, falls ich was Hinzufügenswertes vergessen habe.

Für alle, die nach diese Zeitreise noch in ihren Sitzen hocken, wir sind zurück in der Gegenwart. Es ist Samstag, der 4. Februar. Die Zeit hier ist um.
Und die Niederlande haben sich mit einem Geschenk verabschiedet: Einem Tüfelchen auf dem I des schlechten Services, den ich hier ständig erlebe.
Beispiele der Vergangenheit:
+ Ich wollte eine im Zug verlorene Mütze zurückhaben. Die Servicenummer, die ich anrufen sollte, hat Arbeitszeiten von Montag bis Freitag von 6-18h. Willkommen im Mittelalter. Ruft man dort an, nie hört man so etwas wie "Bleiben sie dran" oder "Ein Mitarbeiter wird sich gleich um sie kümmern". Stattdessen ein einfaches "Rufen sie wieder an." Ohne Begründung. Am Bahnhof schließlich hieß es, man würde verlorene Dinge ja auch nicht "Jahre" aufbewahren. Dabei habe ich doch meine Mütze im November verloren. Wird sie gefunden, darf ich sie mir für einen kleinen Obulus von 10 Euro persönlich in Utrecht abholen.
+ Die Niederländische Bahngesellschaft (NS!) hat kürzlich beschlossen, ihren Service zu verschlechtern. Während sich der Service in anderen Ländern normalerweise verbesser, neine, die Niederländer haben das nicht nötig. Die Geschichte mit Geertjes Klosuche kennt ihr ja nun. Abgesehen davon dass Burger King am Bahnhof um Mitternacht (!!!!) schließt, dürfen die Mitarbeiter in den anderen Bahnhofsläden schon um sechs Uhr nach Hause gehen.

Nun gestern. Teresa, Lara, Mariona und ich wollten ein schönes Abschiedsessen in einem Italienischen Restaurant machen. Wir trafen uns um 21 Uhr. Ein Fehler. Die Küche schloss um halb Zehn, das Restaurant um Punkt zehn. Willkommen in der Hölle. Wir haben dann bei unserem Lieblingstürken Pizza für sechs Euro gegessen. Die günstigste in der ganzen Stadt.
So, ihr lieben Leser. Ihr seid entlassen und könnt euch unten nun die zum Text passenden Bilder ansehen. In chronologischer Reihenfolge (Intensives Schulterklopfen)!
Eure euch für immer liebende Beeke

Historische Bilder - oder die Bilder zur Geschichte

Die Windmühle in Haren, wo ich nun fünf Monate gewohnt habe. Naja, die Mühle habe ich mir nie aus der Nähe angeguckt, aber um ehrlich zu sein sind Mühlen aus der Nähe betrachtet auch nicht wirklich spannender.



Jason mit seinem Strafzettel. Fahren ohne Licht...



Deshalb haben wir unseren Mix aus Kilkenny Bier und Martini dann auch "No Lights" getauft. Anschließend haben wir im Kino den Independent Streifen "Mysterious Skin" über Kindesmißbrauch gesehen - Schockfaktor: 10. Comedy-Faktor: -10.

Auf dem Weg zum Vera-Club.



Lara, Park Sung und ich.


Ich mit meinem Ehemann. Kleiner Lacher: Micha und Denise aus Leipzig haben nach Lektüre meines Blogs angenommen, Christian und ich hätten uns getrennt und ich wäre nun mit Jason zusammen! Brüller!


Weshalb ich so grinse? Weil ich mir gleich im Club die Hacken abtanzen werde zur besten Musik im Umkreis von 5000 Kilometern, mindestens!

Das Groninger Museum.


Ein Beispiel der Fotoausstellung. David Bowie, fotografiert von Anton Corbijn.


Die Managerin der einzigen Hausparty in Haren. Beachtet bitte die umfangreiche Deko.



Ein bißchen Bier und Wein hatten wir auch.



Am Besten war aber der originoool Spanische Sangrrrria, von Teresa. (Obwohl wir nur billigste Tetra-Pack Aldi-Weine genommen haben, hatte ich keinen dicken Kopf am nächsten Tag!



Kenneth, Roma und Jason auf der Party.


Nick und ich haben ungefähr drei Stunden auf die Ablösung vom Tresendienst gewartet. Offensichtlich hat mich das nicht gestört. ;-)



Aber am Tag danach kam Christian zu Besuch. Er ist übrigens kürzlich zum "Sexiest Man at Lünemann" gewählt worden. (Und nein, das vorne in der Mitte ist KEIN Mann!)



Nach dem Theaterstück "Outlying Islands" Party bei Marianne Berthoud aus Frankreich. Wir hatten soviel zu lachen, unglaublich! Wahrscheinlich weil wir unsere Nationalitäten gegenzeitig schlecht gemacht haben: Deutsch, Niederländisch, Portugiesisch, Amerikanisch, Englisch, Französisch. Wir haben unter anderem verglichen, welche Sprache härter wirkt, Deutsch oder Französisch. Marianne und ich mussten beide in der Muttersprache "Raus hier! Ich will schlafen!" sagen. Ich habe gewonnen.


Geertje und ich beim Karaoke singen im "Café KULT". Unsere erste Performance war "Love is all around us", dann haben wir uns noch an "Walking on Sunshine" gewagt.



"Ich scheiß denen gleich vor die Tür!" ... Geertje auf der Suche nach einem Klo.


Endlich vereint: Das Dreamteam!



Wer störet den königlichen Biergenuss?



"Hinweg mit diesem alten Herrn, er ist zu nichts mehr nütz'. So rufen sie und nähmen gern, sein Erbe in Besitz." Frei nach Wilhelm Busch. Wir Erbnichten haben uns auch mit dem sauren Apéritif zufrieden gegeben. Vorläufig.


Queen Mum / Oma Tanna.



Das Messer blitzt, die Scheine schrein, man muss sie halt benutzen. Denn jeder denkt: "Wozu das Schwin, wenn wir es nicht verputzen?" Auch das hat sich der gute Willy Busch ausgedacht. Opa scheint konzentriert über eben jenes Zitat nachzudenken. Er könnte aber auch gerade denken: "Hat das Stück Kotelett gerade geschrien?"


Mein Herzmädchen und ich.


"So, zwei Bier plus ein Sekt, hmm, plus den Nachtisch mit noch mehr Schnaps, macht... zuviel Alkoholkonsum um das Auto zu nehmen...jesus!"



Solche Respektlosigkeiten gegenüber der Erbtante wurden nicht lange toleriert.


Nach dem großen Auspacken: Tabu-Spielen. Oma holt uns gerade Punkte.


"Alle mal herhören! Nicht zurechnungsfähig..." - "George Bush!" - "Man seid ihr schnell...!"

"Komm, der Onki zeigt Dir jetzt mal, wie man die Bierflasche aufkriegt!"



Die süße Lilly - seht nun hat se - nen Turban auf der kleinen Glatze.


Schnee in Svenjas und Ralfs Garten. In Holland ist dies bereits eine Schneekatastrophe.


"Drück schon ab, Du Assi!" - Von links: Sebastian, Jessi, Christian, Denise, Micha und ich. Sylvester im Vera-Club. Viele hier beneiden mich. Zu Recht.

Sonntag, November 27, 2005

Bilder eines Tages








Delft.














Delfter Blau.












"Het Meisje met de Parel" - Jan Vermeer.











Eine Stroopwaffel. DIE Suessigkeit der Niederlande.

Wie Gott in Delft



Delft und Den Haag. Eigentlich wollten Jason und ich ja nur eine Stadt besuchen, zwei an einem Tag scheint ja doch etwas ueberambitioniert. Die Bahn hat hier im November ein Spezialangebot springen lassen, wie gemacht fuer Touris. Einen Tag, ganz Holland, erster Klasse, 17 Euro. Also sind wir los, am Samstag vor einer Woche, ziemlich frueh am Morgen. Ich hatte meinen Rucksack dabei, voll mit Proviant fuer einen langen Tag in einem essentechnisch minderbemittelten gleichzeitig ueberteuerten Land. Jason hatte im Gegensatz dazu ein Minitaeschchen. Also los. Erstmal den Frost vom Fahrradsattel abkratzen und dann zum Bahnhof. Zum Glueck konnten wir hier in Haren in den Zug einsteigen. Gleich mit dem ersten Schaffner hatten wir Aerger. Vergessen, die Karte abzustempeln! Aber wir sind beide gut darin, die bloeden ahnungslosen Touris zu spielen und wurden begnadigt. Am naechsten Halt sprang ich raus und lief zur Stempelmaschine. Und der Kaffeemann? Hatte keinen Kaffee mehr, als er an unserem erste Klasse (!) Abteil vorbei kam. Toll wie man hier als Luxus-Reisender behandelt wird.
Delft war, kurz gesagt, toll. Eine richtig suesse, kleine, alte, charmante, mit rustikalen Haeusern, Grachten und kleinen Bruecken gepflasterte Stadt. Nicht zum Wohnen, da zu klein. Aber was fuer Maler. Johannes Vermeer lebte und starb hier. Aber irgendwie haben sie es in dieser uralten Stadt nicht geschafft, gerade seine Haeuser stehen zu lassen. Nicht einmal bei seinem Grab ist man sicher, ob der Stein am richtigen Ort sitzt. Viele beruehmte Delfter sind mitten in der Oude oder Nieuwe Kerk begraben. In der letzteren sogar die gesamte Koenigsfamilie. Leider durften wir nicht direkt zu den Leichen. Immerhin verwesen da gerade ex-Koenigin Juliana und Beatrixens Mann Claus. Also haben wir uns auf eine Bank gesetzt und Heiratsplaene geschmiedet. Als Notloesung, falls wir mit Vierzig noch alleine sind. Der Plan: Ich verdiene das Geld und er ueberlegt den ganzen Tag, was er am Abend kocht. Jason ist (als Amerikaner muss man ja sagen) ein toller Koch. Hat kuerzlich japanische Tempura selbstgemacht und kauft sich immer frischen Fisch auf dem Markt. Eigentlich esse ich ja keine Muscheln, aber Jason hat mich gezwungen zu probieren. Und meine liebe Mama hat mir beigebracht, immer erst einmal zu probieren und erst dann zu beschliessen, etwas nicht zu moegen. Jedenfalls gehoere ich jetzt offiziell zu den Muschelessern. Aber nur die Toten! Lebende Austern - baeh! Soviel dazu.

Weitere Highlights aus Delft: Poffertjes essen (Minipfannkuchen mit Puderzucker). In Touri-Laeden rumstehen und warten, bis Jason Delfter Blau (Porzellan mit schrecklich kitschigen blauen Motiven) gefunden hat, als Souvenir fuer eine Freundin. Ich habe als einziges Souvenir eine Karte fuer Svenja gekauft.
Gegen vier Uhr Nachmittags war der Himmel noch blau und die Laune noch wunderbar, also sind wir Richtung Den Haag aufgebrochen. Nicht ohne unterwegs zum Delfter Bahnhof noch eine frischgebackene Stroopwaffel abzugreifen.

Am Bahnhof, waehrend wir warteten, stand in der Naehe ein Mann mit einem Block, starrte uns an und schrieb oder malte etwas in seinen Block. Komisch. Die Delfter sind wohl alle bekloppt, dachten wir, in Den Haag sei bestimmt alles besser! Den Haag ist sehr anders als Delft und auch als Groningen. Die Haeuser sind sehr modern. Kommt man am Bahnhof an, steht man unmittelbar im Regierungsviertel, direkt neben glaesernen Ministerums-Ungetuemen. Und Jason und ich wurden wieder einmal Zeuge der hollaendischen Modernitaet: Alle Laeden sind um 16 Uhr, unter der Woche um 18 Uhr zu. Und die Staedte tot. Vielleicht nicht Amsterdam. aber wir waren doch hier immerhin in Den Haag! Wir schlenderten durch das Asien-Viertel, auf der Suche nach etwas Kompatiblen fuer den studentischen Geldbeutel. Aber selbst die guenstigen Chinesen (mit der billigen Einrichtung und Mitnehm-Service) bieten hier gebratene Nudeln und Reis, eigentlich ja ein echtes Billigessen, fuer sieben bis zehn Euro an. Jason hat sich einen Leuchte-Bilderrahmen mit Papstmotiv gekauft und wir haben uns in den wohl einzigen Sushi-Laden des Landes gesetzt. Ja, ihr Lieben, hier ist die Sushi-Wueste! Der dicke niederlaendische Chef war sehr unfreundlich, sehr unbemueht und ziemlich genervt. Wie konnten wir uns auch erdreisten zu glauben, als Kunde sei man Koenig! Demuetig haben wir dann auch die sehr teuren, sehr wenigen Sushi gegessen, die uns genehmigt wurden. Im einzigen noch offenen Supermarkt haben wir uns dann etwas zum Trinken fuer den Rueckweg gekauft, Blumenliebhaberin Beeke musste sich noch eine Hyazinthe fuer ihr Zimmer mitnehmen. Die Rueckfahrt war, gelinde gesagt, sehr sehr interessant! Erst die Diskussion ueber die sieben Suenden und die sieben Tugenden (ja, die gibt es!) und dann vier betrunkene Halbstarke, die sich uneingeladen in unser bis auf uns Beide freies erste Klasse Abteil setzten. Zu unserem Leidwesen. Um nicht noch mehr zu schreiben, verweise ich auf die Seite von Jason, mit einer genauen Beschreibun der Rueckfahrt, des ganzen Tages und vielen Fotos von uns und den beiden Staedten. Ich sage nur soviel: Nach einer wohl zwischen Deutschen und Hollaendern unvermeidlichen Fussball-Diskussion, stellten wir fest, dass unsere Abteils-Genossen Rassisten sind. Wer mehr wissen will, hier der Link: jeverettr.blogspot.com
Ich weiss nur Eines: Ein Glueck fuer die Niederlande, dass Pim Fortuyn von einem Niederlaender umgebracht wurde und nicht von einem Auslaender.

Der Tag war also supergut! Leider hat Jason mich an diesem Wochenende Richtung Amsterdam verlassen, aber ab Montag kann ich ihn wieder nerven. Am Sonntag vor einer Woche war ich ausserdem bei einer langweiligen Partie des Groningnse FC gegen die zweitplatzierten aus Alkmaar. Fotos folgen. Bis bald!!!

Zwischenstand Studium - fuer Interessierte

Ein Woche ist es nun schon her, ja, ein Woche. Vor einer Woche, am Samstag, war ich mit Jason in Delft und Den Haag. War toll. Dazu aber spaeter mehr. Gott, die Zeit vergeht ja so schnell, vor allem, wenn man Spass hat!
Nun, keine Angst, ihr kennt mich und wisst, dass ich nicht zum Spass haben hier bin. Jedenfalls nicht ausschliesslich :-) Diese Woche hatte ich zwei Referate, eines hatte ich bereits gehalten. Zwei waren sehr gut, eins war so lala, einfach weil mich das Thema nicht interessierte. Daher habe ich lieber etwas improvisiert und interpretiert als echt viel zu wissen. Trotzdem kamen hinterher noch Kursteilnehmer um mir zu sagen, wie gut sie die Praesentation fanden. Kann also nicht so schlimm gewesen sein. Dafuer war ich auf die anderen Beiden umso stolzer. Darueberhinaus muss man als Student hier in Holland viel mehr "paper" schreiben. So muss man Essays und Hausarbeiten im Semester abgeben und nicht wie in Deutschland, erst Monate spaeter. Das ist fuer mich natuerlich ideal, da ich immer etwas Zwang und Druck brauche um aus den Puschen zu kommen. Einen Essay (American Culture) habe ich nicht bestanden. Warum? Weil ich 300 Woerter zu viel geschrieben habe. Der Lehrer meinte, ich haette eigentlich eine super Note bekommen, es waere aber unfair gewesen, mich bestehen zu lassen, waehrend die anderen Studenten versucht haben, ihre Gedanken mit 300 Woertern weniger auszudruecken. Daher durfte ich meinen Essay noch einmal ueberarbeiten. Ich muss sagen, dass mir diese amerikanische Art, Essays zu schreiben, etwas zuwiderlaeuft. So wenige Woerter, so viele Vorgaben und Struktur. Aber ich gewoehne mich daran und denke, ich weiss diese Art zu schreiben langsam zu schaetzen, da ich lerne, meine Thesen zu ordnen und zu belegen. Mal schauen, naechste Woche gibt es den Essay zurueck und ich schreibe euch dann, welche Note ich habe. Einen anderen (5000 Worte) Essay habe ich am Mittwoch wiederbekommen. Thema: Vergleich von Struktur, Thema und Bildsprache eines Mittelalterlichen und eines Renaissance-Gedichtes. Neun Punkte. Die beste Note. Vielen Dank! Yess! Natuerlich war ich extrem befluegelt, als Mariona, Lara und ich spaeter zum Drama-Evening der English Studies gingen. Professor McDonald gab eine Kiste Wein aus und nach zwei Bechern war ich bereit, mit den Leuten aus der Theatergruppe auf der Buehne den Hansel zu machen. War der Hammer. Voellig motiviert versprach ich der Theatergruppe, am naechsten Abend mitzumachen, musste mein Versprechen aber brechen - ein Blick aus dem Fenster: Eisregen und Sturm. Irgendwie verging mir da die Lust, mich auf den eh erstmal zu trocknenden Fahrradsattel zu schwingen. Aber naechste Woche! Eine Rolle hatten sie mir angeboten, in einem ihrer Stuecke. Aber ich bin ja nur bis Anfang Februar da (letzte Klausur am 31.01.) und die Stuecke werden im Maerz und Mai aufgefuehrt. Die Leute in der Gruppe sind echt toll, einige sind in einem Seminar mit mir. So, nun aber Schluss. Ich liebe euch alle! Bis bald! PS: Ich bin Weihnachten zu Hause. Kommentare zur Seite kann man links ganz unten einfach in den kleinen Kasten schreiben. Da wo 'anonymous' steht, kann man seinen Namen reinschreiben. Wenn man dann auf 'post' klickt, ist der Kommentar sofort sichtbar. Ist sogar einfacher und weniger umstaendlich als das Gaestebuch. Bis denn!

Sonntag, November 13, 2005

The Beautiful and the Damned


Gestern Nacht, Vera Club in Groningen. Nach einem wunderbar begonnenen Abend, ich hatte mit Katja und Maria und einer Freundin gekocht (Holl. Stamppot mit Kartoffeln, Sauerkraut, Speck und Creme Fraiche und zum Nachtisch Fruchtsalat mit Jogurt und Honig) und mich dann mit Nachos, Guacamole, den drei Frauen und Drei-Schokoladen-Eis aufs Sofa begeben um Bridget Jones zu gucken. Ach ja, wir hatten auch noch eine gut gekuehlte Flasche Wein, daher die gute Laune beim Film. Ich habe mal wieder am lautesten gelacht und mich gefragt, ob die Anderen mich vielleicht gerne umbringen wuerden, um ihre Ruhe zu haben, aber sie meinten, dadurch muessten sie immer mitlachen. Jedenfalls war der Abend angefangen und ich viel zu gut drauf um im Zimemr zu hocken. Matthias kam noch kurz vorbei um einen Gute-Nacht-Joint zu rauchen, waehrend ich mir den Rest meines goettlichen Fruchtsalats goennte, obwohl ich natuerlich schon laengst satt war, aber was macht es schon, das letzte Hemd hat keine Taschen und der Kuehlschrank keinen Platz. Im Common Room traf ich auf Jason. Jammerte rum, er sei in zwei Monaten noch nicht ein einziges Mal an einem Samstag losgegangen. Also meinte ich "Gib mir 10 Minuten" und war dann eine halbe Stunde spaeter wieder bei ihm, mit einer kleinen Flasche Starkbier (11,6%), zwei Strohhalmen und bereit, loszuradeln. Die Fahrt war lustig. Und der Club noch viel besser. Wir haben Wodka getrunken, Whiskey und irgendeinen Schnaps in einer Flasche deren Schild ich zu dieser spaeten Stunde nicht mehr zu entziffern vermochte, ausserdem Bier. Und dann haben wir getanzt wie die Bekloppten, fuenf Stunden lang, unterbrochen nur, um zu trinken. Die Musik war sehr gut, eher zu hart als zu Mainstream. Der Hammer. Als die Lichter angingen, vielleicht gegen fuenf Uhr, sind wir zur Garderobe gewankt, entschlossen, diesen Abend, diese Nacht an diesem wunderbaren Punkt zu beenden. Die Fahrt nach Hause, naja, ich weiss nicht mehr viel, nur, dass ich fast die ganze Zeit ueber geredet habe und wenn ich nicht rede, redet Jason fuer gewoehnlich, also passt es sehr gut. Um 6 Uhr sind wir ins Bett und um 10.15 Uhr bin ich heute aufgestanden um meinem Kater entgegenzutreten. Naechstes Wochenende fahren wir zusammen nach Den Haag und Delft. Go for it!

Samstag, November 12, 2005

Herbst - Autumn - Fall - Automne

Herrlich. Die Farben sind definitiv andes hier, rot und golden, die Sonne scheint durch die Baeume, die Blaetter segeln zu Boden waehrend Du als lebensverliebter Student durch die Lande radelst, einen leichten Wind im Ruecken. Glueck ist, die grauen Tage mit Sonne zu verbringen. Und mit Musik, viel Musik! Nur einen leichten Eindruck von der Schoenheit des Lebens vermitteln vielleicht diese Bilder.
Katja und ich.

Die Universitaet.




Photos by: Katja und Beeke

Freitag, November 11, 2005

Nur eine Leiche - nach 6 Kilometern Fahrt

Dienstag, gegen 21.45. Joey, Katja und ich bekommen nach 6 Kilometern Fahrt die Nachrichte entgegengeschmettert, die Sneak Preview sei ausverkauft. Also kaufen wir Karten fuer Tim Burtons neuen Film 'The Corpse Bride'. Unverrichteter Dinge wieder zurueckzuradeln ist doch was fuer Vorwaertseinparker. Der Film war nett, mehr nicht, jedenfalls nicht so gut wie das salzige Popcorn. Muehevoll mit lustigen Knetfiguren in wahrscheinlich wochenlanger Arbeit hergestellt, aber nicht so lustig wie erwartet. Also, naechstes Mal besser wieder was Klassisches. So wie 'Pride and Prejudice' beim letzten Mal. Pflicht fuer mich ist auf jeden Fall: Harry Potter und Elizabethtown, den ich eigentlich mit Christian sehen wollte. Ich hoffe, der Fiml laeuft noch, wenn er mich besuchen kommt. Aber das Allerbeste an allen Filmen hier ist sowieso: Sie sind auf Englisch! Wird schwer, mich wieder an die deutschen Synchronfassungen zu gewoehnen. Denn auch Sex and the City oder Desperate Housewives und auch Emergency Room laufen im Original. Und, wie jeder weiss, das Original ist immer besser als die synchronisierte Kopie.