Zusammenfassung Weihnachten und Sylvester
Jedesmal wenn ich meinen lieblichen Laptop (nochmal ein herzliches Dankeschön an alle Donatoren, ich liebe ihn!) auf meinen Schoß setze um ins Internet zu gehen, öffnet sich als Startseite mein Blog. Und anfangs dachte ich noch, das könne doch nicht sein, so alt ist doch mein letzter Eintrag nicht. Aber, es stimmt, helas. Aber wie eine so lange Zeitspanne erzählen. Viele waren schon von meiner letzten Newsmail wie erschlagen. Und wie soll gerade ich mich kurz halten? In der vorletzten Klausur habe ich statt der zugestandenen sechs, acht Seiten vollgeschrieben. Unddas über weniger Themen undEreignisse als sie mich in den vergangenen zwei Monaten ereilt haben. Aber, bevor ich mich noch länger (ha, dieses Wort) über dieses Dilemma auslasse, beginne ich lieber.
Am besten chronologisch.
Hmmmm.
Mmmmh.
Wir waren ja Ende November stehen geblieben. Christian hatte bald Geburstag und ich habe ihm fünf Tage vorher eine Karte mit einem kleinen Geschenk geschickt, den Rest sollte er hier bekommen. Natürlich kam die Karte erst anderhalb Wochen nachdem ich sie abgeschickt hatte an. So wie ähnlich wie mir muss es auch den Nomaden in den Hochgebirgen des Himalaya mit der Post gehen. Zum Vergleich: Weihnachtspost habe ich zwischen 10 und 5 Tagen vorher abgeschickt, nach Deutschland, Spanien und Russland. Keine einzige davon kam rechtzeitig an. Aber als Henri mir kürzlich einen Brief aus Frankreich schickte, brauchte der nur zwei jämmerliche Tage. Ich hatte schon den verdacht, alle Briefe mit dem Hinweis 'Duitsland' würden von der niederländischen Post mit besonderer Langsamkeit behandelt.
Anfang Dezember habe ich dann Besuch bekommen aus Göttingen. Nicht der zweite Messias, aber fast so, denn Christian kam endlich auch mal hierher. Wo er es schon nicht in die wundervolle Stadt Lyon geschafft hatte, sollte er sich doch wenigstens mal Groningen ansehen. Und wir hatten einen ziemlich vollen Zeitplan. Das Groninger Museum hatte ich mir gerade eine Woche vorher mit Jason angesehen, am letzten Tag einer fantastischen Fotoausstellung. Daher entschlossen wir uns für das Comicmuseum, wo jedoch alles auf Niederländisch ist. Trotzdem hat Christian viel gesehen. Die Stadt, die Kanäle, die Schiffe, die Universität von außen und innen, vier oder fünf verschiedene Cafés und Bars, das Pannekoekschip und und und. Außerdem habe ich ihm extra einen Knoblauch-Nudelsalat mit Würstchen gemacht und am ersten Abend hat er gleich die Sangria-Überreste von unserer Haus-Party leergesogen. Am Schönsten fand ich unseren Jahrestag, den wir komplett in Groningen verbracht haben. Teresa, die extra in ein anderes Zimmer gezogen war für die drei Tage, war unterdessen nach Spanien geflogen. Die Bilder, die Christian mir eigentlich schicken wollte, habe ich nir bekommen, daher kann ich leider keine zeigen. Eventuell erfolgt dies noch innerhalb der nächsten Jahre.
Geertje kam dann auch gleich ein paar Tage später, als die Uni schon vorbei war, was ausgiebiges Weihnachts-Shopping bedeutete. Außerdem habe ich Gertie gleich am ersten Abend mit dem Fahrrad durch den Regen nach Groningen fahren lassen, wo wir erst in einer Karaokebar (wo Geertje wohl zum ersten Mal im Leben ihren Namen von Holländern korrekt ausgesprochen gehört hat) und anschließend bis vier Uhr im Vera-Club (s.u.) gefeiert haben (inklusive Jasons Freunden aus den Staaten, Kelly und Miles). Auf Gertie zu warten war echt nervenaufreibend. Ich war zehn Minuten früher am Busbahnhof und wusste, dass es in Deutschland starke Schneefälle gab. Im ersten Bus aus Oldenburg war sie jedoch nicht und auch nicht im zweiten und dritten (dazwischen wartete ich jeweils fünf Minuten). Mein Handy war ein paar Tage zuvor während einer Radfahrt durch strömenden Regen tragisch verschieden, weshalb ich Geertje nicht mal kontaktieren konnte. Im vierten Bus endlich saß sie, mit halbstündiger Verspätung.
Am 21. sind Geertje und ich dann zusammen nach Hause gefahren, im Public Express nach Oldenburg und von dort aus weiter im Zug nach Bremervörde. Aufgestanden sind wir um fünf, angekommen um zwanzig nach eins. Und Geertje, gut gelaunt, firsch und munter wie immer zu früher Stunde, durfte gleich mit dem unterirdirsch schlechten Service in Holland Bekanntschaft machen. Um sieben Uhr war nämlich nichts auf am Bahnhof. Stattdessen wartet man in der kalten halbdunklen Halle auf seinen Zug, während BurgerKing gleich daneben erst um zehn Uhr die Pforte ins Warme öffnet. Zehn Uhr! Und Ladenschluss um Mitternacht! JederFranchiseunternehmer an einem deutschen Bahnhof würde ungläubig den Kopf schütteln. Aber wie Jason immer sagt: "They don't seem to want my money."
Der Bus sollte um 7.30 abfahren, gleich vor dem Bahnhof, also nicht mal drei Minuten entfernt. Daher drängelte Geertje ab ca. 7.05 Uhr, gewohnt höflich, wir mögen uns doch bitte dorthin begeben, da wir sonst den Bus verpassen könnten. Mit der tollen Aussicht, im Kalten zu warten, stimmte ich zu, denn Geertje wollte auf dem Weg noch eben schnell die kostenpflichtige Toilette am Bahnhof nutzen. Entgegen der angezeigten Öffnungszeit von sieben Uhr, hatte die Toilette jedoch noch nicht geöffnet (Zwischenstand: 7.10). Während Geertje drohte, "denen vor die Tür zu scheißen", mühte ich mich ab, nicht zu lachen. Jeder weiß ja, man sollte über Leute mit cholerischen Anfällen nicht lachen, vor allem nicht, wenn sie mitten in einem Anfall sind. Im Bus angekommen, das Gepäck verstaut, lief Geertje nochmals los, nachdem sie bereits mögliche Entlade-Plätze am Kanalufer und bei den Fahrradständern ausgekundschaftet und für schlecht, da gut einsehbar, befunden hatte. Sie kam dann schließlich, als der Busmotor buchstäblich schon lief und damit war der große Aufreger eigentlich schon gelaufen. Zumindest für Gertie. Dass sie eine meiner Tüten mit Geschenken auf einem der Bahnhöfe stehen lassen hat, war wohl nur für mich aufregenswert. Wir sind dann ins Koma gefallen und erst in Oldenburg wieder aufgewacht. Dort haben wir dann in der Halle gewartet, neben einem Schnarcher, der mehrfach von dem Bahnhospersonal gebeten wurde, leiser zu sein und von vorbeieilenden Reisenden belächelt wurde. Aber was konnte uns jetzt noch schrecken? Höchstens die letzten Weihnachtseinkäufe, die wir im shoppingfreundlichen Bremervörde erledigen durften.
Weihnachten. War schön, wirklich. Gut aufgeteilt, erst bei der Familie, dann mit Christian und seiner Familie in Glückstadt und Brokdorf.
In besonderer Erinnerung geblieben sind mir:
- Die dreistündige Einpackaktion aller Geschenke bei Mama.
- Babykurs mit Lilly, Anita und Niklas. ("Und die hmhm die ist da, und der hmhm der ist da.")
- Erstes Weihnachten mit Lilly deren Geschenke ich mit auspacken durfte.
- Thomas' saurer Aperitif.
- Mamas tolle Christmas-Cracker aus GB, derentwegen wir mit gekrönten Häuptern feierten.
- Das Tabu-Spiel, as wir nur verloren haben, weil Oma in unserem Team war.
- Die Wärme - von vorne der Raclettegrill, von hinten der Ofen. Bine weiß, wovon ich rede.
- Bines und mein geheimer extra Raclettegrill unterm Tisch.
- Das Geschenkeauspacken, mit vorherigem Vortragen eines Gedichtes oder Weihnachtsliedes nach Wahl, was besonders Oma Tanna gefallen hat.
- Dass Oma und Opa auch dabei waren. Und wir diesmal davon abgesehen haben, Oma mit Valium ruhig zu stellen. ("Ich will auch Lillys Oma sein!")
- Dass Oma sich mit mir darum gestritten hat, ob Christian ihr Freund ist oder meiner.
- Das günstige Essen im 'Kleinen Heinrich' in Glücksstadt, verglichen mit niederländischen Preiskategorien.
- Die neue Tradition: Feuerzangenbowle.
Nach ein paar schönen, aber wenigen Tagenbin ich am 30. Dezember mit Christian nach Groningen gefahren um hier Sylvester zu feiern, gemeinsam mit Micha und Denise aus Leipzig (haben sich extra durch Schneestürme und über eisbepanzerte lebensgefährliche Autobahnen Groningen durchgeschlagen), Jessi und Sohl sowie den wenigen Verbliebenen im Wohnheim: Maria und Lara mit ihrer Familie (hmm, der Likör aus Malaga, Bogerones, echte Paella, Marias Kuchen). Dank Denise konnten wir unsere guten deutschen Traditionen Tischknallern und Bleigießen vorführen. Der einzige Knaller(abgesehen vom Feuerwerk) war erneut der Mangel an Service in diesem Lande. Sprich: Um acht Uhr fahren zum letzten Mal Bus und Bahne, um dann genau zwölf Stunden später, oft sogar mehr, endlich wieder zu fahren. Immerhin haben wir sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg Taxis bekommen.
Sylvester-Besonderheiten
- Zum ersten mal in Gummistiefeln, da meine Schuhe undicht sind. Dafür habe ich extra schicke gekauft.
- Superclusterchinaböller, wahrscheinlich selbstgemacht und mit Sicherheit das Lauteste was ich bislang zu Sylvester gehört habe.
- Mein Chili, na klar!
- Bitte melden, falls ich was Hinzufügenswertes vergessen habe.
Für alle, die nach diese Zeitreise noch in ihren Sitzen hocken, wir sind zurück in der Gegenwart. Es ist Samstag, der 4. Februar. Die Zeit hier ist um.
Und die Niederlande haben sich mit einem Geschenk verabschiedet: Einem Tüfelchen auf dem I des schlechten Services, den ich hier ständig erlebe.
Beispiele der Vergangenheit:
+ Ich wollte eine im Zug verlorene Mütze zurückhaben. Die Servicenummer, die ich anrufen sollte, hat Arbeitszeiten von Montag bis Freitag von 6-18h. Willkommen im Mittelalter. Ruft man dort an, nie hört man so etwas wie "Bleiben sie dran" oder "Ein Mitarbeiter wird sich gleich um sie kümmern". Stattdessen ein einfaches "Rufen sie wieder an." Ohne Begründung. Am Bahnhof schließlich hieß es, man würde verlorene Dinge ja auch nicht "Jahre" aufbewahren. Dabei habe ich doch meine Mütze im November verloren. Wird sie gefunden, darf ich sie mir für einen kleinen Obulus von 10 Euro persönlich in Utrecht abholen.
+ Die Niederländische Bahngesellschaft (NS!) hat kürzlich beschlossen, ihren Service zu verschlechtern. Während sich der Service in anderen Ländern normalerweise verbesser, neine, die Niederländer haben das nicht nötig. Die Geschichte mit Geertjes Klosuche kennt ihr ja nun. Abgesehen davon dass Burger King am Bahnhof um Mitternacht (!!!!) schließt, dürfen die Mitarbeiter in den anderen Bahnhofsläden schon um sechs Uhr nach Hause gehen.
Nun gestern. Teresa, Lara, Mariona und ich wollten ein schönes Abschiedsessen in einem Italienischen Restaurant machen. Wir trafen uns um 21 Uhr. Ein Fehler. Die Küche schloss um halb Zehn, das Restaurant um Punkt zehn. Willkommen in der Hölle. Wir haben dann bei unserem Lieblingstürken Pizza für sechs Euro gegessen. Die günstigste in der ganzen Stadt.
So, ihr lieben Leser. Ihr seid entlassen und könnt euch unten nun die zum Text passenden Bilder ansehen. In chronologischer Reihenfolge (Intensives Schulterklopfen)!
Eure euch für immer liebende Beeke

1 Comments:
Hallo liebe Beeke,
ich fühl mich richtig schlecht, weil ich mich schon so lang nicht mehr gemeldet hab und unser Kontakt etwas eingeschlafen ist.
Sorry!
Ich hab Dir kürzlich auch schon mal ne mail geschrieben, hoffe sie ist angekommen.
Hoffentlich bist Du bald wieder da!
Liebe Grüße auch an Christian.
Kerstin
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